Der FSC-POFO (Testversion)


Hier machen wir eigentlich einen Ausflug in ein anderes Hobby von mir welches beizeiten auch auf meiner Homepage gezeigt werden wird. Ich sammele alte Rechner. Dazu gehören Amiga 1200, Amiga 600, Atari Mega-ST, Mac 5300, Mac-Classic colour um nur die wichtigsten zu nennen. Ein Nebenzweig dazu ist das Sammeln programmierbarer Taschenrechner bzw. prähistorischer Handheld-PC´s. Dazu gehören z.B. Casio PB1000, PB2000C, E500 oder Sharp PC1600, PC1500 usw. Naja und eben auch der gute alte Atari Portfolio.

In Kurzform ist der Atari Portfolio, von seinen Anhängern schlicht "POFO" getauft der erste echte Handheld-PC. Ein Maschinchen mit folgenden Grundeigenschaften.

  • Stromsparender Intel 80C88
  • LCD-Display 8x40 Zeichen in 3 Modi
  • Folientastatur mit PC-Layout
  • 128KB Speicher
  • Zus. Speicherkarten über Slot möglich
  • LPT-Port als Modul steckbar
  • RS-232 als Modul steckbar


Atari Portfolio mit FSC-POFO Funktionsmuster
Atari Portfolio mit FSC-POFO Funktionsmuster

Das Betriebssystem war DIP-DOS. Eine abgespeckte DOS Variante. Das heisst der Portfolio ist zwar grundsätzlich DOS kompatibel aber nicht in jedem Fall -was man besonders beim Programmieren auf der Kiste merkt.
Ich liebe die kleine Kiste einfach wegen ihrer Simplizität und den vielen genialen Tricks den Entwickler damals noch für ein gutes Design und gute Performance aufwenden mußten als man noch nicht jedes Problem mit 2 GByte mehr Speicher oder einem Dualcoreprozessor erschlagen konnte.

Als ich die Grundlagen der Funksteckdosensteuerung erarbeitet hatte kam mir die Idee, das man das Impulsmuster für die Bitformung der Schalterstellungen ja auch bequem über den LPT-Port des Portfolio erledigen könnte. Zur Erinnerung, der Parallelport lässt sich unter DOS mit einem simplen Assemblerbefehl out dx,al erledigen. Ich muss also nur eine über die Tastatur einzugebende Steckdosenadresse bitweise Abtasten und ein ausgewähltes Pin am LPT-Port entsprechend der zu generierenden Impulssequenzen setzen. Dieses relisierte ich einerseits über eine Warteroutine, die ich so tunte, das sie mir den Basisimpuls von 300usec erzeugte und zweitens über Tabellen in denen ich die Impulssequenzen programmierte.


Der Prototyp


Der Prototyp wurde recht simpel. Ich hatte noch die geniale Idee den Stromverbrauch dadurch zu minimieren, das ich die Spannungsversorgung des Aurel Senders erst kurz vor Aussendung des Datentelegrammes einschaltete und gleich nach der Aussendung wieder ausschaltete. Das sparte erstens eine Menge Strom und zweitens entfiel so auch der übliche Schalter der Spannungsversorgung. Die Schaltung zieht im Ruhezustand so quasi keinen Strom. Erst wenn der Portfolio Bit-0 des LPT-Ports setzt ist die Schaltung unter Spannung. Beim Senden beträgt der Stromverbrauch etwa 4mA -ist also auch minimal. Mit einer 9V Blockbatterie kann die Schaltung so ewig und drei Tage betrieben werden. Wahrscheinlich ist die Selbstentladung der Batterie oder des Akkus schon das größere Problem.

Weiter unten ist ein kurzes Quicktime Video zum download welches zeigt wie ich mit dem Pofo meine Schreibtischlampe ein- und ausschalte.

Die folgenden Bilder zeigen Details des Prototypen der wegen der Einfachheit auf einer Lochrasterplatine aufgebaut wurde. Man sieht dort auch sehr schön das Aurel Sendemodul im Detail.
FSC-POFO Prototyp
FSC-POFO Prototyp
FSC-POFO Sendemodul
FSC-POFO Sendemodul

Zur Funktion der Schaltung anhand des Stromlaufplans:
Die Spannungsversorgung wird über Q1 eingeschaltet. Legt der Portfolio D0 (Pin-2) am LPT-Port auf High dann schaltet Q1 durch und aktiviert damit Q2. Dieser arbeitet als Stromquelle und nicht als Schalter. Dieses ist notwendig da das Aufladen von C1 ansonsten zu so hohen Stromspitzen führt, das Q2 zerstört werden könnte. Die Stromquelle mit Q2 liefert max. 10mA. Dieses ist mehr als genug da der Sender nur 4mA im Sendebetrieb benötigt. Der Strom speist U2 welches die 5V Betriebsspannung für den Sender erzeugt. LPT-Portpin D1 moduliert den Sender.

FSC-POFOStromlaufplan FSC-POFO
POFOTEST.COM Demosoftware
demoFSC-POFO Fernsteuerung



Achtung! Trotz DOS Kompatibilität läuft diese SW nicht auf einem DOS-PC. Dieses liegt an den unterschiedlichen Portadressen und abweichenden DOS int 21h und Biosroutinen.

Die Bedienung ist ziemlich rudimentär und die Funktion momentan auf die Funksteckdosenadresse 1000000100 beschränkt.

TasteFunktion
"1"Sender wird dauerhaft eingeschaltet. Dieses ist nur ein Test damit ich mit meinem Scanner feststellen konnte ob der Sender überhaupt hochgetastet wird.
"2"Sender wieder ausschalten
"3"Funksteckdose "1000000100" einschalten
"4"Funksteckdose "1000000100" ausschalten
"0"Programm verlassen

Das Programm wurde "auf die Schnelle" in Assembler geschrieben und dient nur zu Testzwecken. Es hat keinen Produktionsstatus. Deshalb ist auch noch ein Bug in der Tastaturabfrage. Jede Taste muß deshalb zweimal nacheinander gedrückt werden. Betrachten Sie es als Sicherheitsabfrage (it´s not a bug, it´s a feature)

Momentan arbeite ich an einer größeren Anwendung für den Pofo. Sie wird auch in Assembler entwickelt und stellt dem Anwender über die Kommandozeile ein Interface zum Schalten von Funksteckdosen zur Verfügung. Das Programm wird mit Aliasnamen arbeiten. Das heißt man muß nicht "on 1000000100" eingeben sondern bspw. "on nachttisch". Weiterhin wird die Anwendung ein geniales Feature des Portfolio ausnutzen. Dieser besitzt eine echte RTC mit Alarmfunktion, die den Pofo zu einem eingestellten Zeitpunkt wecken kann. Die RTC ist in Assembler auch programmierbar. Ich stelle mir also folgendes Szenario vor:
  1. Die Anwendung sucht aus einer Liste welche Funksteckdose als nächstes eingeschaltet werden soll und speichert auch ihre Adresse
  2. Datum und Uhrzeit des Ereignisses werden in die RTC programmiert
  3. Der Pofo legt sich schlafen
  4. Die RTC weckt den Pofo auf und löst dabei einen Interrupt aus. Diesen verzweige ich auf eine Routine meiner Anwendung
  5. Der Pofo powert den FSC-POFO hoch und strahlt das Kommando zum Schalten der Funksteckdose aus
  6. FSC-POFO wird abgeschaltet
  7. Das nächste Ereignis wird in die RTC programmiert
  8. Pofo geht wieder schlafen


Da in dieser Form sowohl der FSC-POFO als auch der Portfolio selber kaum Strom verbrauchen, da sie sich nach Abarbeiten des Schaltergeignisses sogleich wieder abschalten kann man seine komplette Wohnung von einem portablen Gerät aus sehr lange steuern!
Die Anwendung ist in der Entwicklung und zu ca. 70% fertig (Codegröße, nicht Zeit!). Sie wird nach Fertigstellung hier ebenfalls zum Download bereitstehen.

Eine Folgeversion ist ebenfalls in Planung, die zu jeder Funksteckdosenadresse auch das Protokoll speichert damit auch andere Funksteckdosen mit abweichenden Protokollen bedient werden können.



Seite angelegt von ramos am 15.06.2008  –  letzte Aktualisierung von am 15.08.2010

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